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Album Review

Aussie in Deutschland

Stephen Brandon schwebt auf dickem Ast

Nein, mit Crocodile Dundee hat Stephen Brandon ebenso wenig gemein wie mit dem Sitzen auf dünnem Ast. Lieber schwebt der australische Troubadour melodiebeseelt über den Dingen, wie der Titel seines neuen Albums „Floating On A Limb“ (ab 26. September via Timezone) nahelegt. Und sollte er sich alternativ auch über seinen Extremitäten schwebend bewegen, es ändert nichts an der Tatsache, dass ihm ein Album gelungen ist, dass zum sonntäglichen Kaffee und Kuchen im Szenecafé passt wie der oft gerühmte Allerwerteste auf einen Eimer.

 

 

Schwebt er schon? Stephen Brandon (Timezone)

2006 brach Stephen Brandon mit einem Gitarrenkoffer in der Hand und mannigfaltigen Ideen im Kopf aus Australien nach Europa auf. Dort scheint er heimisch geworden zu sein, verlegte er die Aufnahme und den Mix seines Albums doch gleich nach Berlin. Doch das hat auf seinen zart besaiteten Sound kaum abgefärbt, von Hektik und Seelenkälte keine Spur.
Stephen Brandon erinnert an Gilbert O‘ Sullivan, Albert Hammond und an noch so manch anderen Granden des gepflegten Popsongs. Um zu ihnen aufzuschließen, bedarf es noch den ein oder anderen „Hit“, der sich auf „Floating On A Limb“ noch nicht aufdrängen will. Aber gerade diese Unaufdringlichkeit spricht für die Qualität, mit der Stephen Brandon aufzuwarten weiß. Zumal er auf dem immer wieder hervorragend agierenden Osnabrücker Labels Timezone bestens aufgehoben ist.

Ausreißer wie das mit bluesigem Psych-Gegniedel ausgeschmückte „Thy Sword“ oder das sich anschließende und auffallend forsche „Only You“ lassen aufhorchen, doch keine Bange, das Stück Stachelbeersahne fällt nicht von der Gabel und der Latte anbei nimmt keinen Schaden. Nur dass beim Bezahlen folgender Dialog mit der Bedienung nicht ausbleiben wird: „Sag mal, was läuft denn da bei euch für eine Musik?“ – „Das ist Stephen Brandon“ – „Nie gehört.“ – „Jetzt schon.“ – „Muss ich mir merken.


 

Australský kytarista Stephen Brandon ukázal, jak se to dělá. Aneb kde boj, tam husiti

(pls scroll down for Eng)

Ve středu 4. května vystoupil po 20. hodině v táborské Jazz Gallery Charley australský zpěvák a kytarista Stephen Brandon. Je vynikajícím kytaristou i zpěvákem. Ve hře na kytaru používá „modré“ harmonie a v sólových mezihrách i „blue notes,“ což chvílemi navedlo bluesové pocity. Naprostý opak způsobu interpretace českých písničkářů a jejich věčných mollových akordů. Tady by se měli učit, jak se to doopravdy dělá.

Stephen návázal na tradici amerického písničkáře Ramblin´ Jack Elliota ze 70. a 80. let, který byl jedním z hlavních protagonistů moderní a umělecké interpretace tohoto žánru. Mezi hosty byla i místostarostka Lenka Horejsková, bývalá vedoucí odboru kultury a cestovního ruchu. Ale jak to shrnout? Byl to fantastický zážitek. Škoda, že přišlo jen pár posluchačů. Ostatní dali přednost hokeji. Inu, kde boj, tam husiti.

ENG

Australian Singer and guitarist Stephen Brandon played at Charley’s Jazz gallery in Tabor (Czech Rep) at 8 pm. He is an excellent guitarist and singer. His use of “blue notes” on the guitar in his solo interludes and general harmony provoke an almost blues atmosphere. The complete opposite to Czech songwriters approach with their eternal use of minor chords, they should learn how it’s really done.

Stephen continued the tradition of American folk singer Ramblin ‘Jack Elliot which was one of the main protagonists of modern and artistic interpretation of the genre. Among the guests on this evening was the Deputy Mayor Horejsková Lenka, former Head of Culture and Tourism. But to sum ​​it up? It was a fantastic experience. Too bad it came only a few listeners. Others prefer hockey. (National match)Well, where fighting, there Hussites.

“A Songwriter who rocks, has won the Blue Note ”  

(Dresden DDN written by Beate Baum)   please scroll down for original in DE

Is it a good idea to stroll into the Blue Note to listen to a concert on the evening of a day like this? On a day, on which hundreds of Neo-Nazis celebrate their criminal history despite their victims? and yet stll desire to recreate the Nazi Regime.

Nevertheless, people arrive at the Blue Note knowing that at least they will not meet any riff-raff in there. Knowing that people come together here to celebrate cultural diversity without fear, to enrich their own lives.
Also knowing, that someone will be on stage, an accomplished musician, perhaps  bored of his home, Australia, who now comes to know Europe and win it around. Stephen Brandon was announced as Singer/ Songwriter. Which he is of course is and has already proven to be with his three CDs. However, it is surprising how much his music really rocks.
The voice sounds very gentle and soft and reminds one of Paul Weller or Mark Knopfler.
A very unique atmosphere is instantly created with the unusual combination off his own  guitar, drums and electric-violin. “Everybody’s talking pretty loud“ sings Brandon in order to alienate with a wah-wah pedal, to break away from the constructed atmosphere and in doing so to carry on the sublime tension.
His  Australian origin can be heard in almost every song. It is a special kind of country-folk, perhaps the term Australicana should be coined for it. Brandon’s voice and guitar tell about life, Kay Lübke pounds the rhythm of a wide country and the brilliant David Engler  lays on wild escapades on the violin
The unusual instrumentation creates a special mood. Strangely a bass guitar is not missed – Lübkes percussions provide a sufficient rhythmical basis and in particular the interplay of Brandon and Engler produce one highlight after another. “Jumpin’ High“ is a perfect rock-song, pushing forward hard, but yet remaining a ballad in nature. David Engler plays his violin like a guitar, Kay Lübke enthusiastically gets into his drums – and all three make sure that the groove is an extremely powerful one.
Even soft entreaties come along with a powerful pressure: “Come, take away this poisoned love” begs Brandon in a hypnotic voice, Lübke pushes forward, Engler’s violin wails and laments at the same time. After a rock-like segue into the next song Engler will cut it with no hands. Stephen Brandon rarely speaking to the audience between songs, manages off the cuff to induce the full house to clap along to “a little country song”. Brilliant! Again brilliant is Engler here, who plays his instrument firstly like a Banjo and then like an Irish “fiddle”. Beautiful playing with slowed down and again speeded up passages – and cut.
And the next piece has started, once again the trio has turned up the speed and now carries a punk-like sound. The Clash says hello. It is an extremely wide variety Brandon has to offer. Diversity, wealth of variants, top-class in so many disciplines. Qualities of which brawling Nazis can only dream of.
DE VERSION

“Ein rockiger Songwriter: Stephen Brandon eroberte das Blue Note”

“Kann man am Abend eines solchen Tages ins Blue Note schlendern, um ein
Konzert zu hören?An einem Tag, an dem hunderte Neo-Nazis die Opfer jenes
Verbrecherregimes, das sie gern wieder errichten würden, für sich instrumentalisieren?
Man findet sich dann doch im Blue Note ein in dem Wissen, dass man hier wenigstens niemanden von dem Gesindel sehen muss.Dass hier Menschen zusammenkommen,
für die andere Kulturen etwas Bereicherndes sind, die es nicht nötig haben, sich davor zu fürchten.Dass dort auf der Bühne jemand stehen wird, dem es irgendwann – nach
etlichen Erfolgen – im heimischen Australien zu langweilig wurde und der nun
Europa kennenlernt und für sich einnimmt. Stephen Brandon war als Singer / Songwriter angekündigt. Was er natürlich auch ist und bereits auf drei CDs bewiesen
hat.Dennoch ist man überrascht, wie rockig seine Stücke daherkommen.
Die Stimme klingt sehr weich, sanft, erinnert ein wenig an Paul Weller
oder Mark Knopfler, zusammen mit der Instrumentierung aus eigener Gitarre,
Drums und elektrischer Geige wird aus dem Stand heraus eine ganz eigene
Stimmung erzeugt.pretty loud“ konstatiert Brandon, um mit dem Wah-Wah-Pedal zu verfremden, die aufgebaute Atmosphäre zu brechen, dabei die unterschwellige Spannung
immer weiter zu halten.Die Herkunft Australien hört man in fast jedem Song.Eine spezielle Art von Country-Folk ist das, vielleicht müssteman den Begriff Australicana dafür prägen.
Brandon, seine Stimme und seine Gitarre erzählen vom Leben, Kay Lübke an den Drums drischt den Rhythmus des weiten Landes hinein, der geniale David Engler an seiner Geige sorgt für
die wildesten Eskapaden. Die ungewöhnliche Besetzung erzeugt
eine besondere Gefühlslage.Seltsamerweise vermisst man keinen Bass – Lübkes
Schläge reichen als Rhythmus-Fundament, und vor allem das Zusammenspiel von Brandon und Engler bringt immer neue Höhepunkte hervor.
„Jumpin‘ High“ ist ein fast lupenreiner Rocker, stark nach vorn treibend, dennoch
bleibt ein Balladencharakter erhalten.David Engler spielt seine Geige wie eine
Gitarre, Kay Lübke kniet sich voller Enthusiasmus in seine Drums – und alle
drei sorgen dafür, dass der Sprung ein äußerst kraftvoller ist.
Selbst leise Beschwörungen kommen mit Druck unterfedert daher: „Come, take away this poisoned love“ bittet Brandon mit hypnotischer Stimme, Lübke drischt voran, Englers Geige klagt und treibt zugleich. Nach einem rockigen Übergang zum nächsten Stück wird er
sie freihändig „sägen“. Stephen Brandon nimmt kaum Kontakt zum Publikum
auf – trotzdem schafft er es, die zahlreichen Gäste quasi aus dem Stand
heraus bei „a little country song“ zum Mitklatschen zu bewegen.
Großartig! Brilliant! Großartig auch hier wieder Engler, der sein Instrument nun erst wie ein Banjo, dann wie eine irische „Fiddle“ erklingen
lässt. Again brilliant is Engler here, who sounds his instrument firstly like a Banjo and then like an Irish “fiddle”. Ein schönes Spiel mit abgebremster und wieder aufgenommener Geschwindigkeit – und Schnitt.
Und wir sind beim nächsten Stück, noch einmal hat das Trio an der Schnelligkeits- Schraube gedreht und kommt nun fast Punk-mäßig daher.
lassen grüßen. The Clash says hello. Es ist eine überaus spannende
Bandbreite, die Stephen Brandon bieten hat.Vielfalt, Variantenreichtum,
Klasse in so vielen Disziplinen. Etwas, wovon Vaterlands-Krakeeler nur träumen können.”    Beate Baum

“Er traf den Nerv”

 

(Feb 2014) Görk

Witzenhausen. Stephen Brandon, Sänger und Gitarrist hatte jetzt in der „Klampfe“ in Witzenhausen einen umjubelten Auftritt. Der in Sydney lebende Künstler brillierte dank seiner rauchigen, manchmal überraschend sanften und dann wieder rockig röhrenden Stimme und begeisterte durch seine enorme gesangliche Vielfalt.

Ein Australier an der Werra: Stephen Brandon gab in der Klmapfe in Witzenhausen ein umjubeltes Konzert.

„Meine Basics sind Urban Folk, Jazz und Country“, sagte Brandon im Kurz-Interview, der von seinem ganzen Wesen her stark an den jungen Rod Stewart erinnerte. Der sympathische Künstler produziert derzeit in Bremen seine zweite CD, die den Titel „Floating on the limb“ trägt, was frei übersetzt bedeutet „bequem auf einem Baum treibend“ sanft auf einem Fluss stromabwärts zu gleiten.

Brandon, der seine musikalische Visitenkarte bereits in vielen Metropolen Australiens, Europas und in den USA hinterließ, erkundet nun auf seiner Tournee auch einige Städte in Deutschland. So stehen unter anderem Soloauftritte in Bremen, Hamburg, Göttingen, Berlin sowie in Neubrandenburg auf dem Tourneeplan.

In der „Klampfe“ konnte Brandon das erwartungsfroh gestimmte und feierwillige Publikum schnell auf seine Seite bringen. Sein großartiges nuancenreiches Gitarrenspiel, kombiniert mit einer exzellenten Stimme, animierten einige seiner meist weiblichen Zuhörer zum Gang auf die Tanzfläche, die sich dort dann ganz seinen Klängen hingaben. Insbesondere der balladenhafte, melancholisch und nahezu romantisch wirkende Song „Night of the Night“ traf punktgenau den Nerv seiner neuen Fangemeinde.

Schlicht und einfach ausgedrückt – ein gelungenes und stimmungsvolles Debüt, das in der Kulturszene der Kirschenstadt nachhaltige Akzente setzte. Es spricht vieles dafür, dass Stephen Brandon in absehbarer Zeit erneut zu einem weiteren Gastspiel in Witzenhausen auftauchen wird.

Von Siggi Görk

ENG VERSION
He Hit The Spot
Stephen Brandon, singer and guitarist, from Sydney had a great performance  in Witzenhausen thanks to his smoky , sometimes surprisingly gentle rocking then roaring voice and enormous vocal range .
” My roots are  folk , jazz and country ,  that I call “Urban Folk” Brandon said in a short interview. His nature strongly reminded me of the young Rod Stewart. The likeable artist currently produced in Bremen a second CD which is entitled ” Floating on the limb” , which loosely translated means ” comfortably drifting on a tree ” to glide smoothly on a river downstream. Brandon, who left his musical calling card in many cities in Australia , Europe and the USA , explored now on his tour some cities in Germany during his solo solo tour of Bremen, Hamburg , Göttingen, Berlin, and Neubrandenburg.
His great nuanced guitar playing, combined with an excellent voice, animated some of his mostly female audience to the aisle on the dance floor, there then devoted themselves entirely to his sounds. In particular, the ballad , melancholic and almost romantic dramatic song ” Night of the Night” hit precisely the essence of  his new fan base.
Plain and simply put – a successful and atmospheric debut, which put sustainable trends in the cultural scene of the Cherry City . There are many indications that Stephen Brandon will again emerge in the foreseeable future to another guest appearance in Witzenhausen .
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